„Ich weiß, dass ich nichts weiß“…

    …lautet der schon oft zitierte Satz des Sokrates. Laut Cicero lässt er sich zurückführen auf seine Verteidigungsrede, seiner Apologie, vor dem athenischen Volksgericht, das ihn wegen Gottlosigkeit und verderblichem Einfluss auf die Jugend anklagte, ihn letztendlich für schuldig befand und zum Tode verurteilte. Noch bis heute ruft die Paradoxie in diesem Satz Kopfkratzen […]

Umfrage als Wissenquelle

Umfragen als Wissensquelle? – Eine systemtheoretische Problemskizze

Spätestens seit dem Brexit und der letztjährigen US-amerikanischen Präsidentschaftswahl ist die Prognosefähigkeit von Umfragen zu einem öffentlichen Thema geworden. Im Vorlauf der vergangenen Bundestagswahl mehrten sich in deutschen Medien zudem die Debatten über mögliche demokratiegefährdende Effekte demoskopischer Erhebungen. Diese Bedenken sind jedoch keineswegs neu, sondern werden bereits seit den 60er-Jahren geäußert (vgl. Donovitz 1999: 15). […]

Irrungen und Wirrungen ‑ Thinking fast and slow

Menschen irren. Systematische Fehler und falsche Annahmen prägen Entscheidungen, das alltägliche Leben und zwischenmenschliche Beziehungen. Auch hinsichtlich des Umgangs mit Risiken bedarf es einer kritischen Reflexion darüber, inwieweit der Mensch sich in die Irre führen lässt ‑ durch eigene kognitive Verzerrungen oder durch externe Manipulation. In der Psychologie wird das menschliche Denken in zwei Systemen […]

Das trügerische Gedächtnis

  Die erste  Erinnerung. Jeder hat sie ‑ oder meint, sie zu haben. Können wir tatsächlich feststellen, ob das, wovon wir glauben, es sei unsere früheste Erinnerung, wirklich geschah? Können wir unserem Gedächtnis trauen? Und was sind das überhaupt: Gedächtnis und Erinnerung? Die Antwort wird nicht leicht sein, denn ist das Gedächtnis nicht unsere Identität? […]