Wir fragen, Prof. Dr. Schmachtenberg antwortet 2.0

Herr Professor Dr. Schmachtenberg, was verstehen Sie unter dem Leitspruch der RWTH Aachen University „Thinking the Future“?

Wir verstehen es als eine unserer Aufgaben, uns den „Global Challenges“, den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Wir wollen die Zukunft gestalten – dafür müssen wir sie denken. Die RWTH Aachen University will Antworten auf die relevanten Fragen der Gesellschaft finden – deswegen haben wir acht Profilbereiche gebildet, die solchen Fragen sehr konzentriert und im Zusammenspiel vieler Disziplinen auf dem Fundament exzellenter Grundlagenforschung nachgehen.


Unsere Universität forscht im Rahmen der Exzellenzinitiative an vielen innovativen Projekten im Bereich der Nachhaltigkeit. Glauben Sie, dass ökologische Faktoren unabhängig von der Drittmittelfrage eine zentrale Rolle für die RWTH darstellen?

Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft viel nachhaltiger und ganzheitlicher denken müssen. Deshalb sind ökologische Faktoren essenziell in unserer Forschung. Denken Sie an die Energiewende. In unserem Profilbereich „Energy, Chemical & Process Engineering“ stellen wir uns unter anderem die Frage, wie wir künftig mit nachhaltiger Energie und nachhaltigen Materialien wirtschaften können. Seine Hauptforschungsfelder wie Stoffumwandlung, Energiegewinnung und -speicherung lassen sich ohne den Aspekt der Nachhaltigkeit nicht bearbeiten.

Welche interdisziplinären Projekte werden an der RWTH künftig angeboten, um gesamtgesellschaftliche Themen gemeinschaftlich und ergebnisorientiert zu bearbeiten?

Da gibt es eine ganze Reihe sehr guter Beispiele. Besonders anschaulich lässt sich diese Frage am Beispiel der Mobilität der Zukunft beantworten. Die RWTH Aachen University ist einer der maßgeblichen Treiber im Bereich des Elektromobils ebenso wie im Bereich des autonomen Fahrens. Stellen Sie sich vor, Sie werden in absehbarer Zukunft vor dem SuperC in ein Fahrzeug steigen, das Sie autonom und allein mit Strom angetrieben, der auch noch aus regenerativen Energiequellen stammt, auf den Campus fahren wird. Reizvoll, oder? Den Weg zu dieser neuen Form der Mobilität können Ingenieure aber nicht alleine gehen. Da sind gleichermaßen ethische – etwa zur Verantwortung –, betriebswirtschaftliche, politische und viele weitere Fragen von verschiedenen Seiten zu klären. Impulse werden an dieser Stelle ganz gewiss die neuen Professuren in unserem Projekthaus HumTec geben. Interdisziplinärer geht es kaum!

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