Das Projekt Leonardo – Zwischen Nachhaltigkeit und Wachstum

Leonardo_thumbnail

„Wenn etwas Zukunft ist, dann sind Sie es!“ (Prof. Kerner)

Die Köpfe hinter dem Projekt „Leonardo“ waren so freundlich, sich mit uns zu einem Gespräch über das Projekt im Rahmen unserer aktuellen Ausgabe „Thinking the Future? – Zwischen Nachhaltigkeit und Wachstum“ zu treffen. Im Institut für Politische Wissenschaften (IPW) entwickelte sich bei einem Glas Wasser eine spannende Unterhaltung mit Claudia Lürken, Professor Dr. Richter und Professor Dr. Kerner.

Ein Studium an der renommierten RWTH Aachen University gleicht einem Balanceakt zwischen totaler Verzweiflung, Wissensdurst und dem ZPA. Leider gerät dabei die Fähigkeit, Probleme ganzheitlich zu betrachten, kritisch zu hinterfragen und wie auch Prof. Kerner betonte: „über den Tellerrand des einzelnen Faches hinaus zu schauen“ leicht in den Hintergrund. In der Schule hingegen war dies kaum zu umgehen, die zu leistenden Kurse waren vielseitig und vor allem interdisziplinär. Insbesondere in den technisch orientierten Studiengängen scheint diese fächerübergreifende Betrachtungsweise nicht ausreichend im Vordergrund zu stehen.

Um dieser monoperspektivischen Betrachtungsweise entgegen zu wirken, wurde im Herbst 2008 das Projekt Leonardo an der RWTH ins Leben gerufen. Kennzeichnend für das Projekt ist insbesondere die Interdisziplinarität, welche eben in vielen Studiengängen auf der Strecke bleibt.

In einem Leonardo-Seminar bieten typischerweise zwei Dozenten aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen, wie z.B. Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften oder Medizin, ein Lehrmodul an. Dabei werden die gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit, zum Beispiel in den Bereichen Weltbevölkerung/Gesundheit, Klimawandel, Energie, Wasser und Mobilität, thematisiert. Allein diese Themenauswahl zeigt, dass das Projekt im besonderen Maße den Diskurs über die globalen Herausforderungen, den sich die RWTH mit ihrem Zukunftskonzept „Meeting Global Challenges“ auf die Stirn geschrieben hat, aufgreift.

Dass die verschiedenen Module jedes Semester gut besucht sind, verdeutlicht ebenfalls das große Interesse an Interdisziplinarität. „Das Bedürfnis der Ingenieure und Naturwissenschaftler geht zunehmend in eine nachhaltige Richtung. Sie werden unsicher bezüglich des technischen Wachstums und wollen eine Reflexion: ‚Was bringt uns diese Technik? Welche Probleme erzeugt sie? ‘ Es geht vielmehr darum, Dinge selbstkritisch infrage zu stellen, denn die Entwicklung von Technologien ist nicht nur aus einer reinen Fortschritts- und Wachstumsperspektive zu betrachten“ betont Prof. Richter.

Das Motto der RWTH ist „Thinking the Future“, also „Zukunft denken”. Auch wenn diese Formulierung eher vage ist, können die interdisziplinären Ansätze einen Beitrag dazu leisten, sie mit Leben zu füllen. „Denn Zukunftsfragen globalen Ausmaßes können nicht in nur einer Disziplin behandelt werden“, verdeutlicht Prof. Richter.

Aus unserer Perspektive bietet euch das Leonardo-Projekt die Möglichkeit, euer Wissen zu erweitern, das Gelernte in einen größeren Kontext zu setzen und infrage zu stellen. Daher schließen wir uns Prof. Kerner an, der jedem Studierenden empfiehlt, einmal in seinem Studium ein Leonardo-Modul zu besuchen.


Claudia Lürken zum Projekt Leonardo:

 

Das Projekt Leonardo bietet nicht nur den Studierenden interessante Perspektiven. Auch als Dozent lernt man andere Sichtweisen kennen und kann sich über die oft freiwillige Leistung der Studierenden freuen. Die Organisation des Ganzen scheint manchmal etwas schwierig zu sein, trägt aber dazu bei, die Hochschule in all ihren Facetten kennenzulernen. Die Nachfrage von Seiten der Studierenden steigt und im Sinne des Wachstums hoffe ich, weitere Professorinnen und Professoren als Dozenten für neue Leonardo-Module gewinnen zu können.


Weitere Informationen:

Leonardo Preis

Alle Studierenden, die regelmäßig eine Leonardo-Veranstaltung besucht haben, können teilnehmen. Dazu wird eine knapp zehnseitige Seminararbeit verfasst, die sich mit einer Fragestellung aus den behandelten Modulthemen bzw. der global challenges differenziert auseinandersetzt.

Preisgeld:

  1. Platz: 1000€
  2. Platz: 700€
  3. Platz: 500€

Weitere Informationen unter www.leonardo.rwth-aachen.de

Leonardo Lecture

Ein jährlich stattfindender öffentlicher Vortrag mit ausgewählten Studierenden, in dem eine prominente Persönlichkeit eine gesellschaftliche Herausforderung im globalen Zusammenhang thematisiert.

Lecture 2016: 15.11.2016

– Referent wird der Staatsrechtler Prof. Dr. Udo Di Fabio sein

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.