Deutscher Ingenieurtag – Arbeit in der Digitalen Transformation

Am 11. Mai fand der 28. Deutsche Ingenieurtag in Düsseldorf statt – mit dem Veranstaltungstitel „SMART GERMANY – Arbeit in der Digitalen Transformation“. Die Digitalisierung der Arbeit ist nicht nur das VDI-Jahresthema 2017, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil – man möge annehmen, der wichtigste – im gesamtgesellschaftlichen Diskurs um fortschreitende Technologisierung und Digitalisierung. Wir konnten für philou. mit dabei sein.

 

 

Rund 1.400 Gäste aus der Ingenieur-Community, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Hochschulen nahmen an der Diskussion über die Zukunft der Arbeit teil.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff der Arbeit einem Wandel unterzogen. Arbeit wurde zum Selbstverständnis des Menschen. Im Zuge der damaligen zunehmenden Industrialisierung galt es einerseits, den Mensch als „Störquelle“ durch Überwindung der menschlichen Fehlerhaftigkeit, mangelnder Effizienz und Produktivität zu minimieren, andererseits wurden insbesondere die 1950 und 1960er Jahre von der Idee der Befreiung des Menschen von monotoner und unangenehmer körperlicher Arbeit geprägt.

In der Zeitschrift des VDI 1956 wurde bereits betont, dass jeglicher technische Fortschritt eine Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen impliziere. Die mechanische Bearbeitung sollte vereinfacht und beschleunigt werden. Aber was passiert mit der Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht? Diese Frage ist demnach am rasenden Puls der Zeit.

 Die öffentliche Debatte um Gesellschaft 4.0 ist oftmals von der Angst geprägt, dass Roboter den Menschen in seiner Funktion als homo faber ersetzen, wenn nicht sogar überflüssig machen – die altbekannte „German Angst“. Darüber hinaus wird befürchtet, dass wir zunehmend mit Anforderungen innerhalb der digitalen Transformation konfrontiert werden, die wir nicht so schnell wie nötig erfüllen können – aufgrund fehlender Aufklärung und technischen know-hows.

Und wie sieht es mit digitaler Bildung in Deutschland aus? Was muss geschehen, damit Schulen und Universitäten adäquat auf das Leben und Arbeiten der Zukunft vorbereiten? Und welche politischen Rahmenbedingungen werden benötigt?

Bei der Podiumsdiskussion diskutierten neben VDI-Direktor Ralph Appel auch Prof. Anette Weisbecker (Fraunhofer IAO), Accenture Deutschland-Chef Frank Riemensperger, Dr. Kurt D. Bettenhausen (Siemens Corporation), Andreas Stutz (SuJ) und ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Einen Ausschnitt gibt es hier:

Podiumsdiskussion "Arbeit in der Digitalen Transformation" bei…

Podiumsdiskussion "Arbeit in der Digitalen Transformation" beim #dit17.

Posted by VDI Verein Deutscher Ingenieure on Donnerstag, 11. Mai 2017

 

Besonders relevant erschien die Keynote des Ex-Google-Deutschland-Chefs Christian Baudis. Er skizzierte die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung in unserem Alltag, wie Fortbewegung, Landwirtschaft, Haushalt und Gesundheit. So sei es denkbar, dass zukünftig Weinbauer per Drohne die Pflanzen kontrollieren können und Wohnungseinbrücke per Hack in das digitale Heim wesentlich einfacher durchzuführen seien.
Baudis kündigte vier Megatrends an:

Robotik und selbstfahrende Autos

Künstliche Intelligenz und Big Data

Mensch-Maschinen-Verknüpfungen

Sensorik und Internet der Dinge

Gleichzeitig betonte er, dass diese Trends bereits in ihren Anfängen geformt sind („Das gibt es schon!“) und nicht länger als utopische Zukunftsszenarien à la Brave New World angesehen werden dürfen. Die Frage ist, wie wir diese mitgestalten wollen.

 

 

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